Schwertkampfkunst und Persönlichkeitsentwicklung

Schwert und Bogen Nürnberg

Schwert und Bogen wurde im Jahr 2007 gegründet. Der Wunsch von Andreas Fuchs war dabei zum einen, mit seinen Mitstreitern der ersten Stunde die Kampfkunst im Langen Schwert zu verfeinern und sie mit einer weiteren Passion – dem instinktiven Bogenschießen – in ein gemeinsames Konzept zu gießen – in dieser Art wohl einmalig in Deutschland.
Fast noch wichtiger als die Aspekte der Kampfkunst ist Andreas aber schon immer die Persönlichkeitsentwicklung seiner Schüler.
„Ich kann niemandem den Umgang mit einer potentiell tödlichen Waffe beibringen, ohne mir sicher zu sein, dass es sich um einen reflektierten und immer weiter an sich arbeitenden Menschen handelt“, erklärt Andreas seinen Ansatz.
Dieser spiegelt sich darin wieder, dass beim Graduierungssystem von Schwert und Bogen neben dem Abrufen von Techniken, Partnerübungen und Drills, stets auch die Konfrontation mit der eigenen Persönlichkeit und ureigenen Themen wie Schwächen und Stärken auf dem Programm steht.

Dabei betrachtet der Lehrer durchaus die verschiedenen Fechtstile seiner Schüler als ganz eigene Lebensschule: „So wie du kämpfst – so bist Du!“, ist Andreas überzeugt. Seine Herangehensweise liegt darin seine Schüler beim Heranpirschen an andere Kampfesweisen als die eigene zu unterstützen. Dabei hilft ihm auch immer wieder der Blick in die historischen Quellen und deren Stücken: „Ein eher aggressiver Kämpfer, der stets im Vor agiert und Techniken wie Ansetzen präferiert, schlüpft bei mir in die Rolle eines eher defensiv kämpfenden Fechters, der auf seine Deckung bedacht ist und auf Techniken wie Nachreißen setzt.“
Andreas geht es in der Ausbildung darum, das Gegenüber fechterisch und auch menschlich zu verstehen, sich gewissermaßen „hineinzufühlen”.
„Sehr deutlich ist eine Veränderung der Haltung und der Präsenz auch bei eher zierlichen Frauen zu sehen die das Schwert am Anfang noch eher zögerlich anfassen“, hat Andreas beobachtet. Sehr schnell finde hier eine Veränderung statt, wenn dieselbe Frau Techniken, wie Absetzen erlernt, dadurch gleichzeitig eine klare Grenze aufzeigt und eine Bedrohung im stabilen Stand aufbaut. Die Gleichstellung der Geschlechter am Schwert ist einer der Aspekte, die Andreas am historischen Schwertfechten immer begeistert hat. „Um es mit Hans Heim, einem alten Weggefährten und sehr geschätzten Lehrer von Ochs München, zu sagen: Waffen sind Gleichmacher.“

Schwert und Bogen steht in der Tradition, in jährlichem Turnus mehrfach erfahrene Lehrer aus der Kampfkunstszene einzuladen und gemeinsam Workshops zu veranstalten.

Neben der Vervollständigung der Brücke zwischen der Europäischen Schwertkunst und dem traditionellen Bogenschießen besteht ein neueres ambitioniertes Vorhaben der Schule darin, gemeinsam mit der Verband für klassische und moderne Kampfkunst „Tatsu Tora Kai“ von Matthias Dülp (7. Dan Jiu-Jitsu) einen Vergleich der historischen Ringkampftechniken mit den überlieferten Techniken aus Japan zu erarbeiten und diese auf ihre Praxistauglichkeit hin zu überprüfen. „Menschen sehen eigentlich schon immer gleich aus, deswegen ist es nur natürlich, dass gewisse Hebel im Arm- und Leibringen ebenso auftauchen wie in den asiatischen Kampfkünsten“, fasst Andreas zusammen. Ihm ist bewusst, dass oftmals wenig Liebe zwischen den historischen europäischen Fechtern und Freunden der asiatischen Kampfkunst vorherrscht. „Aber es ist eher mein Ziel, Grenzen abzubauen und Freundschaften zu schließen, als neue Mauern zu errichten.“ Deswegen ist „Schwert und Bogen“ auch mit großer Freude der Einladung in den DDHF gefolgt. Aktuell trainieren in Nürnberg rund 50 Personen in der Schwertkampfklasse. Ein Freikampfkader von rund 10 Mann fährt ab und zu auf Turniere.

Kontakt:

www.schwert-und-bogen.de
https://www.facebook.com/Schwert-und-Bogen-266766543452517/

Andreas Fuchs (Jahrgang 1971) ist Gründer der Kampfkunstschule Schwert und Bogen. Er ist Trainer für Langes Schwert, waffenlosen Kampf, Dolch und Bogen schießen. “Mein ganzes Leben schon kämpfe ich mit starken Emotionen und mit Zuschreibungen wie „Du bist zu viel, zu wild, zu laut “ etc. Die Kampfkunst, über 20 Jahre Karate und Jiu-Jitsu dann Europäischer Schwertkampf und Bogenschießen, hat mir einen Weg eröffnet mit meiner Wut, meinem Schmerz und meiner Leidenschaft ins Gleichgewicht zu kommen. Diese Emotionen kennen zu lernen und auf eine gute Art mit Ihnen zu leben”, so Andreas.
Er arbeitet als Konfliktmediator und Kommunikationsberater für Unternehmen und bringt dort sein Wissen über Emotionale Kompetenz ein. Aktuell ist er 2. Dan Karate, 1. Dan Jiu-Jitsu und wurde mit einem Meistergrad im Kampfringen geehrt.